Fahrradlieferdienst Daniel Leßmann
Güternahverkehr per Fahrrad in und um Freiburg
Ökologisch, prompt und zuverlässig

Über Daniel Leßmann und den Fahrradlieferdienst

Radfahren
Verkehr und Ökologie
Von der Idee zur Gründung
Was der Fahrrad-Lieferdienst ist und kann
Sport

Radfahren

Aufgewachsen bin ich, obwohl 1970 in Freiburg geboren, in Magstadt (westlich von Stuttgart). Schon als ich mein erstes Dreirad hatte, fuhr ich viel lieber damit als zu Fuß zu gehen. Im Alter von fünf Jahren lernte ich Radfahren und bekam mein erstes Fahrrad. Nach und nach eroberte ich mir erst das Viertel, in dem ich wohnte, den nahen Wald und das von Wiesen und Feldern geprägte Hölzertal, dann den gesamten Ort und schließlich die weitere Umgebung. Mit 13 bekam ich meinen ersten Fahrradanhänger geschenkt.

Der Kreis Böblingen ist geprägt von einer an den Schwarzwald angrenzenden Hügellandschaft. Es geht stets entweder bergauf oder bergab, immer im Wechsel, doch man kommt nie auf eine größere Höhe, wie im Schwarzwald. Nur wenn man dem Verlauf eines Tals folgt, hat man eine vergleichsweise flache Stecke. Fährt man bergab, so kann man darauf wetten, daß einen unten bei Erreichen der Talsohle entweder eine scharfe Kurve oder eine gefährliche Kreuzung erwartet. Der Schwung ist dann weg, und man muß sich erneut bergauf quälen. Wer dort Radfahren lernt und sich nicht entmutigen läßt, lernt leiden – und das ohne ein echtes Erfolgserlebnis, wie es der Schauinsland oder der Belchen bietet. Oft sind die Straßen und Wege so steil, daß man schieben muß – außer man hat eine wirklich gute Gangschaltung (fast wie beim Mountainbike) und die nötige Kraft und Geschicklichkeit.

Als ich etwa 18 bis 22 war, bin ich bis nach Calw, Tübingen, Reutlingen, Ludwigsburg und natürlich auch immer wieder nach Stuttgart geradelt. Abends, wenn die Zahnradbahn nach Degerloch nicht mehr fuhr (die einen Fahrradwagen mitführt, den AnwohnerInnen jedoch zu laut ist, die einen frühen Betriebsschluß durchgesetzt haben) bin ich aus eigener Kraft aus dem Talkessel hinaufgefahren. Einmal wollte ich es wissen und habe mich die extrem steile Alte Weinsteige, entlang der die Zahnradbahn verläuft, hochgequält.

Als ich 1993 im Alter von 23 Jahren in die Region Freiburg zurückkehrte, machte ich mich gleich daran, das erste Mal auf den Schauinsland zu radeln. Kurz darauf nahm ich den Feldberg in Angriff. Da ich jedoch nicht genügend Ortskenntnis und noch keine Landkarte hatte, mußte ich ab der Zastlerhütte schieben. Da stand ein Schild: "Naturschutzgebiet, Radfahren verboten!" Ich dachte mir, wo man nicht fahren dürfe, sei Schieben erlaubt – aufgeben war ein Fremdwort für mich. Und so kam ich schließlich mit geschobenem Fahrrad oben an. 1996 folgte der Kandel und – sozusagen als Meisterstück – 1998 der Belchen. Letzterer war die größte Herausforderung, denn der Weg ist weit und der Belchen ist hoch. Ich erreichte den Gipfel kurz vor Sonnenuntergang. Die letzten Wanderer waren mir kurz zuvor entgegengekommen, und ich war allein auf dem Berg. Es war unbeschreiblich schön.

Verkehr und Ökologie

Mein Vater ist, als ich ein Kind und Jugendlicher war, fast immer mit dem Auto gefahren, und ich haßte es, so oft im Auto sitzen zu müssen. Zu allem Überfluß fuhr er auch noch gerne Landstraßen und nahm oft nicht die Autobahn, auf der es schneller gegangen wäre. Naiv und auf Superlative fixiert, wie kleine Jungs es meist sind, wäre es mir lieber gewesen, in einem schnellen Auto über die Autobahn zu rasen, um schneller am Ziel zu sein. (Daß sich die Leute ihre Ziele allerdings nach der Fahrzeit, die sie aufzuwenden bereit sind, auswählen und sich daher seit der Steinzeit die für Wege benötigte Zeit nicht geändert hat, sondern jede Beschleunigung durch längere Wegstrecken kompensiert wurde, hat die Verkehrswissenschaft erst später herausgefunden...)

Ab und zu bin ich mit dem Flugzeug geflogen. Doch am liebsten fuhr ich mit der Eisenbahn, was leider viel zu selten vorkam. Es gefiel mir auch, mit meiner Mutter zusammen den Bus zu nehmen – obwohl die nächste Haltestelle mehr als einen Kilometer weit weg in der Ortsmitte lag und ich den Fußweg als sehr anstrengend empfand.

Anfang der 80er Jahre paßte es mir als Eisenbahnfan, Autohasser und begeistertem Radfahrer bestens in den Kram, daß ausgerechnet die beiden von mir favorisierten Verkehrsmittel (nach den eigenen Füßen...) die umweltverträglichsten Fortbewegungsarten waren, wogegen Autofahren sich als besonders umweltschädlich herausstellte. Für mich war der Umweltschutz somit anfangs nur ein Mittel zum Zweck der Rechtfertigung, ein willkommenes Argument in Diskussionen mit meinem Vater, der zwar ebenfalls das Thema Umweltschutz für sich entdeckt hatte, es jedoch bei leeren Worten beließ, wie er auch sonst stets das exakte Gegenteil dessen tat, was er anderen predigte...

Mit 18 Jahren meinte ich, "die Welt retten" zu müssen. Kurz zuvor war ich bei den "Grünen" eingetreten, wo ich 1990 wieder austrat; diese Parteimitgliedschaft betrachte ich heute als Jugendsünde und bin überzeugter Parteiloser. Ich trat dem VCD, ADFC sowie PRO BAHN bei und engagierte mich bei Greenpeace (im VCD und bei PRO BAHN bin ich noch immer Mitglied, jedoch kaum noch aktiv). Ich erkannte, daß man, wenn man etwas bewegen will, nicht nur fordern darf, was die Regierung, Industrie oder Andere tun und lassen sollen, sondern bei sich selber anfangen und mit gutem Beispiel vorangehen muß. So tauschte ich zum Beispiel die Glühbirnen in meinem Zimmer gegen Energiesparlampen aus.

Dennoch machte ich kurz nach meinem 18. Geburtstag den Führerschein. Später teilte ich mir mit meinem damals besten Freund, der direkt gegenüber wohnte, eine alte, billige Rostlaube, die jedoch nur ein halbes Jahr lang hielt. Meine guten Vorsätze waren nach und nach über Bord gegangen: Bald fuhr ich selbst in die nur rund zehn Kilometer entfernte Kreisstadt Böblingen nicht mehr mit dem Rad (was ja trotz des Hügellands für mich eine Kleinigkeit war), sondern mit dem Auto. Und nachdem ich das Auto bei strömendem Regen einmal "ausnahmsweise" als "fahrbaren Regenschirm" für eine Fahrt ins Dorf zweckentfremdet hatte, fuhr ich nur noch Auto und ließ das fast neue Fahrrad in der Garage. Lediglich wenn ich nach Stuttgart wollte stellte ich den Wagen an der Universität oder – wenn ich dort keinen Parkplatz fand – in Vaihingen ab und fuhr mit der S-Bahn weiter. Nach der Stillegung dieser Schrottkarre war ich "geheilt" und lebe seitdem autofrei – mit wachsender überzeugung.

Ehrlich gesagt, wer es schafft, ein Auto zu haben, es aber öfters stehenzulassen und mit Bus, Bahn und Fahrrad zu fahren, dem zolle ich Respekt! Soviel Charakterstärke hatte ich (damals) nicht. Ich konnte damals nur entweder ganz oder gar nicht drauf verzichten – ähnlich einem Alkoholiker, der nach dem ersten Schluck nicht mehr aufhören kann weiterzutrinken. Daß manche das Auto als "Droge" bezeichnen, kann ich daher gut nachvollziehen. Mich hat es jedenfalls süchtig gemacht, jederzeit schnell, selbstbestimmt und wetterunabhängig (fast) überall hinzukommen und dabei die Macht über eine Tonne Stahl und zig PS auszuüben.

Inzwischen habe ich gehört, daß eine Studie ergeben hat, daß wenn man die gesamte Zeit, die man fürs Auto aufwendet, zur Fahrzeit addiert und das hineingesteckte Geld (Wertverlust, Reparaturen und Ersatzteile, Parkgebühren, Steuern, Versicherung und Sprit) in Arbeitszeit umrechnet, auf eine effektive Durchschnittsgeschwindigkeit von sechs km/h kommt. Anders gesagt: Die Geschwindigkeit des Autos ist eine Illusion! Man könnte genauso gut zu Fuß gehen. Der einzige (Pseudo-)Vorteil ist: Man ist in der Zeit, die man nicht fürs Auto arbeitet oder mit dessen Pflege usw. zubringt, flexibler. Doch im Stadtverkehr geht oft nicht einmal diese Rechnung auf: Vor der Einführung der der City-Maut in London wurde errechnet, daß die Durchschnittsgeschwindigkeit des Autoverkehrs bei nur sieben km/h lag.

Ein Tip: Die intelligenteste und effizienteste Kombination ist, ein (gutes, berggängiges) Faltrad in einer speziellen Tasche in Bus und Bahn mitzunehmen (ohne Fahrradkarte und sogar da, wo die Fahrradmitnahme verboten ist; denn eine Tasche ist eine Tasche ist eine Tasche, egal was drin ist - auch wenn's ein zusammengefaltetes Fahrrad ist) und von der nächstgelegenen Haltestelle aus ans Ziel zu radeln – damit kommt man selbst im Schwarzwald überall hin. Es gibt sogar Falt-Liegeräder.

Außerdem wohne ich in einem mit Nahwärme aus einem Blockheizkraftwerk (das ursprünglich mit Holzhackschnitzeln gefeuert wurde und nun mit Gas betrieben wird) beheizten Niedrigenergiehaus mit Sonnenkollektoren im (in Fachkreisen) weltbekannten "Öko-Modell-Stadtteil" Freiburg-Vauban und beziehe Ökostrom aus Schönau von den als "Stromrebellen" bekannten EWS.

Aber bevor mich hier jemand für den perfekten Ober-Öko hält, muß ich etwas Wasser in den Wein gießen: Auch ich habe meine kleinen (und vielleicht auch größeren) "Sünden" und Unzulänglichkeiten. Das liegt zum Teil (aber nicht nur) daran, daß ich arm bin und von meiner Arbeit (noch) nicht leben kann und deshalb mit dem wenigen Geld sparsam umgehen muß. Es ist in unserem Wirtschaftssystem leider so, daß derjenige, der Anderen externe Kosten aufbürdet bzw. sich an Lohndrückerei beteiligt, belohnt wird, wogegen derjenige, der es vermeiden will, andere Menschen zu schädigen, auszubeuten und ihnen seine eigenen Kosten aufzubürden, dafür kräftig zahlen muß. Andernfalls wären umweltbelastende Produkte, unter Verwendung von Pestiziden und Kunstdünger angebaute landwirtschaftliche Erzeugnisse oder Atomstrom bestimmt viel teurer als entsprechende Öko- und Bioprodukte.

Doch ich ruhe mich nicht auf meinen Lorbeeren aus und bin inzwischen einen weiteren Schritt gegangen, der für mich zuvor undenkbar schien: Ich habe meinen Fleischkonsum seit Sommer 2008 drastisch reduziert und bin seitdem ein Flexitarier. Damit liege ich wohl voll im Trend. Seit ich Anfang 2010 diesen Begriff zum erstenmal in der Zeitung gelesen habe, weiß ich endlich, wie ich mich bezeichnen kann. Negativ umschreibende Verrenkungen wie "Wenigfleischesser", "Fleischreduzierer" oder gar "undogmatischer Halbvegetarier" waren mir weder treffend noch griffig genug; zudem sind positive Begriffe nach Möglichkeit vorzuziehen. Ich esse über einen längeren Zeitraum betrachtet nur selten, aber dennoch gerne Fleisch oder Fisch, jedoch ohne mir irgendwelche Regeln aufzuerlegen, und lange auch gern mal kräftig zu. Dabei bevorzuge ich Fleisch aus der Region aus artgerechter Tierhaltung möglichst direkt vom Bauern.

Von der Idee zur Gründung

Der Gedanke, mit meinem damaligen kleinen Fahrradanhänger gewerblich Transporte durchzuführen, kam mir schon als Jugendlicher, jedoch hatte ich ihn bald wieder verworfen.

Während der Zeit, als ein Teil des Konrad-Guenther-Parks in Freiburg – um den Bau der "B 31 Ost neu" sowie die Fällung der schönen alten Bäume zu verhindern – besetzt war, gab mir jemand einen Fahrradanhänger mit vier riesigen Kanistern darauf und schickte mich damit zu einer Anwohnerin, die sich bereiterklärt hatte, uns Leitungswasser zu spenden. Ich bekam die Kanister nur mit größter Mühe und Stufe für Stufe die Kellertreppe hinaufgeschleppt, doch das Fahren war auch auf den matschigen Wegen überhaupt kein Problem für mich. Später errechnete ich, daß es sich um 60-Liter-Kanister gehandelt haben mußte: Ich hatte also 240 Liter Wasser transportiert und eine Anhängelast von einer Vierteltonne gezogen! Und ich spürte, es war sogar noch mehr drin...

Von 1998 bis 1999 arbeitete ich rund ein Jahr lang als Fahrradtaxifahrer; leider ging die Firma, bei der ich beschäftigt war, pleite. Dieser Job hat mich süchtig gemacht!

Als sich die Gelegenheit bot, kaufte ich mir den größten Anhänger, der nach meinen Recherchen auf dem Markt erhältlich war, importierte ihn selber aus der Schweiz und meldete mein Gewerbe zum 02.02.2002 an.

Was der Fahrrad-Lieferdienst ist und kann

Der Anhänger hat eine Ladefläche mit einem Innenmaß von 200x72 cm und ist (laut Hersteller) für eine Zuladung von 150kg ausgelegt. Die Rückwand ist beidseitig schwenkbar und abnehmbar, sodaß auch größere Gegenstände befördert werden können. Seit 2007 habe ich ein speziell auf das Ziehen dieses Anhängers optimiertes Fahrrad, das nach meinen Wünschen vom Radhaus zusammengestellt und montiert wurde.

Damit transportiere ich unter anderem neue und gebrauchte Möbel in Teilen oder im Ganzen, Getränkekästen, Holz, Baumarkt- und (für Gewerbetreibende) Großhandelseinkäufe. Außerdem bin ich bei der Bundesnetzagentur als Paketdienst gemeldet und stelle Expreßpakete, die ich bei Ihnen abhole, noch am selben Tag zu (zum Vergleich: Ein "DHL EXPRESS PAKET" kostet (Stand 01.01.2011) mit Abholung und bei Zustellung am nächsten Werktag vor 9:00 Uhr zwischen 50,40 € und 65,40 € – wenn auch innerhalb ganz Deutschlands). Wenn Sie besondere Wünsche haben, wie etwa Auslieferungstouren, oder einfach nur mal jemanden mit einer extrabreiten Treppenkarre (treppengängige Sackkarre) brauchen, weil Sie einen Kühlschrank oder eine Wachmaschine etc. nicht die Treppe rauf oder runter bekommen, fragen Sie mich einfach! Gerne helfe ich Ihnen auch bei der Demontage und dem Wiederaufbau von Möbeln, wenn diese sich nicht im Ganzen tragen und transportieren lassen, sowie beim Zusammenbau von Möbelbausätzen.

Ich habe schon Möbel nach Freiburg-Opfingen und Kirchzarten geliefert; mein offizieller Einsatzbereich erstreckt sich unter anderem bis Breisach-Rimsingen, March und Denzlingen (teils mit Gewichtsbeschränkung). Im Rahmen von ehrenamtlichen Aktivitäten fuhr ich sogar schon bis Ihringen und Emmendingen. Beim ersten Schauinslandkönig am 23.09.2007 war ich so verrückt, dort mitsamt dem Anhänger hochzufahren, wofür ich exakt fünf Stunden benötigte.

Sport

Ich nehme, seit es sie gibt, jedes Jahr an der Rieselfeldmeile teil, obwohl Laufen absolut nicht meine Disziplin ist und ich (abgesehen von den ersten drei Malen) fast immer unter den Letzten bin, ja sogar schon mehrmals der Letzte war. Wohlgemerkt, unter denen, die sich überhaupt angemeldet haben, gestartet und auch angekommen sind. Dabeisein ist für mich alles!

Auch am Schauinslandkönig nehme ich jedes Jahr teil, wobei ich auch ohne Anhänger mit sehr großem Abstand immer der Langsamste bin - doch ich trage die "rote Laterne" mit trotzigem Stolz. Lediglich im Jahr 2010 mußte ich leider darauf verzichten, da ich mich an diesem Tag auf der Ausstellung KLIMA : AKTIV im Seepark präsentiert habe.

Bei der Velonale am 02.08.2009 erfüllte sich mein Traum, endlich mal mit dem Rad auf abgesperrten Schnellstraßen heizen zu können, was die Beine hergaben. Bei diesem Rennen über exakt 43 km habe ich deutlich besser mitgehalten und schaffte es trotz Krämpfen unter Schmerzen ins Ziel. Meine Daten: In 2:03:43,0 Stunden wurde ich in der Kategorie "Touring" mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 20,8 km/h 193. im Gesamtklassement und 29. in der Klasse "AK1 m". Die Website ist leider nicht mehr erreichbar.

Die Erinnerungen an diese Leistungen und Strapazen helfen mir sehr, wenn es bei der Arbeit mal anstrengend wird. Das Wort "aufgeben" kenne ich nicht! Darauf können Sie sich auch bei Ihrem Auftrag verlassen.

Impressum AGB Links Galerie